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Huntinamibia - Mein Namibisches Abenteuer - Auf den Hörnern eines Kudus

   
     
 
Namibia gilt weithin als das Kuduland Nr. 1, der Kudu jedoch beileibe nicht als “wehrhaftes Wild”. Lesen Sie hier, wie es auch einmal anders gehen kann.

E s war ein herrlicher Tag und an Jagd hatten wir eigentlich nicht vorrangig gedacht. Die Waffe mit ihrer Grundmunition (vier Schuss) hatten wir nur für alle Fälle dabei.

Joe ist ein hervorragender Schütze und in den harten Jagdtagen zuvor hatte er sieben kapitale Stück Wild erlegt, jedes lag auf der Stelle und im Schuss.

Da stand der kapitale, alte Kudubulle, etwas spitz aber frei auf zirka 200 m. Eigentlich konnte nichts schiefgehen. Joe legte an und schoss, der Bulle zeichnete wie bei einem Blattschuss und ging dann ab wie eine Rakete.

Wir jagten auf der Farm Kuduberg im Erongogebirge. In diesem unwegsamen Gelände ist das bergen des Wildes oft schwierig, deshalb schoss Joe sofort nach, Vorderlaufschuss, noch einmal hochblatt - drei Schuss waren fort. Zuletzt noch ein Schuss auf die Keule und der Bulle verschwand über den Bergkamm.

Die Nachsuche begann, ohne Munition (das Farmhaus war weit entfernt). Eigentlich rechnete jeder damit, dass der Kudubulle irgendwo hinter dem Kamm lag. Wir fanden ihn auch, er ging gerade in das Wundbett. Wir fuhren nach Hause und holten Helfer zum Bergen und Munition für einen eventuellen Fangschuss. Zurück an der Stelle, wo der Kudubulle in das Wundbett gegangen war, pirschten wir uns vorsichtig an. Ich erblickte den Bullen. Er lag da, als wäre er verendet. Kein Lauscher bewegte sich, kein Augenlied und keine Atmung war zu erkennen.

Ich gab den Begleitern das Zeichen, dass alles in Ordnung wäre. Der Bulle lag in einer engen Schlucht, das Haupt nach unten gerichtet. Ich ging von vorne auf ihn zu. Keine fünf Meter war ich von ihm entfernt, als er plötzlich aufsprang und auf mich losstürmte. Ich versuchte zur Seite zu tauchen. Das ist das letzte, woran ich mich erinnern kann. Den Rest der Geschichte kenne ich nur von meinen Begleitern: Der Bulle habe mich auf die Hörner genommen, eine Weile mit sich getragen, mich dann nach vorne geschmissen und sei dann über mich hinweg die Schlucht hinunter gerannt, wo einer der Begleiter dann den Fangschuss habe anbringen können. Obwohl drei Mal geschossen worden war, erinnere mich nur an einen Schuss.
Das nächste, an das ich mich erinnere ist, dass meine Begleiter bei mir standen und fragten, wie es mir ginge. Mein ganzer Körper tat weh. Prellungen und ein gerissener Bizep, damit kam ich davon. Glück gehabt. Wenn mich die Hornspitzen erwischt hätten, oder das Wild gar ein Oryx gewesen wäre, wäre es fraglich, ob ich die Geschichte noch hätte erzählen können. Joes Kommentar: “Ich habe Büffel- und Elefantenangriffe erlebt, aber dies war das Beängstigendste, das ich erlebt habe. Wir erwarten in den USA, dass der Reiter beim Rodeo mindestens acht Sekunden auf dem Bullen bleibt - du hast gerade einmal zwei geschafft.”

Ich habe hieraus gelernt. Erstens: Gehe nie mit einer Waffe ohne genügend Munition, denn es kann bei dem besten Schützen etwas schiefgehen. Zweitens: Nähere dich nie einem Stück Wild von vorne, egal wie verendet es aussieht und auch wenn es als harmlos betrachtet wird. Zwei alte Grundregeln, die man als Routinier oft vernachlässigt und die einem das Leben kosten können.

Bericht von Reinhard Mosich

   
 
   
 
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